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📜Die Chronik des Ordo Obscura – Die Ära des Schleiers

  • Autorenbild: Protten Welten
    Protten Welten
  • 31. Dez. 2025
  • 4 Min. Lesezeit
Die Chronik des Ordo Obscura – Die Ära des Schleiers
Die Chronik des Ordo Obscura – Die Ära des Schleiers

Willkommen zurück, Chronist.

Im letzten Beitrag haben wir eine der schmerzhaftesten Seiten der Geschichte aufgeschlagen: die „Ära des Verrats“, eine Chronik, die in Tinte und Verrat geschrieben wurde. Wir sahen, wie die Menschheit ihre unsterblichen Verbündeten stürzte und wie die Götter, gebrochen und enttäuscht, diese Welt für immer verließen. Der Rauch dieses Verrats hing noch immer in den Herzen der Menschen, und die Welt verstummte. Stellt euch eine Welt vor, in der Gebete im Nichts verhallen und die Magie aus der Luft weicht. Was geschieht, wenn auf den größten Verrat eine tiefe, erdrückende Schuld folgt? Genau diese Frage führt uns in die „Ära des Schleiers“ – eine Epoche, die nicht mehr von Göttern und offener Magie, sondern von Flüstern, Schatten und geheimer Verantwortung geprägt ist.


1. Vom Gewicht der Schuld zum ersten Schwur

Nach dem Rückzug der Götter erfasste eine bleierne Stille die Menschheit. Stellt euch diese emotionale Lähmung vor: Der anfängliche Stolz, sich von den unsterblichen Mächten „befreit“ zu haben, wich der bitteren Erkenntnis, dass sie keine Befreier, sondern Waisen waren, die ihre eigenen Wächter vertrieben hatten. Diese kollektive Schuld wurde zu einem gewaltsamen Akt der Selbstjustiz, einer brutalen und verzweifelten Reue. Wie es in der Chronik heißt, wurden manche der Fürsten, die diesen Verrat befohlen hatten, von ihrem eigenen Volk gerichtet – enthauptet, von ihren Körpern getrennt und aus den Annalen getilgt. Aus dieser tiefen, blutigen Reue entstand der erste Schwur – der Grundstein für alles, was folgen sollte.

„Aus Schuld erwuchs Reue. Aus Reue ein Schwur. Und aus diesem Schwur – der Ordo Obscura.“

2. Die ersten Hüter – Ein Schwur auf das Gleichgewicht, nicht auf Götter

Die ersten, die sich nach dem großen Schweigen zusammenschlossen, waren jene, die die Wahrheit nicht vergessen hatten. In manchen Adern, so berichtet die Chronik, floss noch immer das Blut der Alten; sie waren Nachfahren von Scions, Halbgöttern und den letzten Hütern Elythrias. Ihr Schwur war fundamental anders als alles zuvor: Sie beteten keine Götter mehr an, denn diese hatten sie aus freiem Willen verlassen. Ihr Vertrauen war nicht nur gebrochen, es war vernichtet. Stattdessen verpflichteten sie sich einem höheren, abstrakten Prinzip: dem Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit.


Sie übernahmen die Verantwortung, denn sie sahen die wahren Gefahren. Der Schleier, jene lebendige, atmende Membran zwischen den Welten, war durch die alten Kriege geschwächt. Risse zeigten sich zum Gefängnisreich der Umbra, aus dem Vampire, Werwölfe und Ghule zu kriechen versuchten. Und das Echo des Bösen in Nocturna war eine ständige Bedrohung. Sie schworen, die ahnungslose Menschheit vor einer Dunkelheit zu schützen, von deren wahrer Existenz sie nichts mehr wusste.


3. Ein weltumspannendes Flüstern – Wie der Orden die Kulturen verband

Dieser Schwur war keine lokale Erscheinung, sondern fand eine universelle Resonanz. Überall auf der Welt und über die Jahrhunderte hinweg hörten Männer und Frauen den Ruf, das Gleichgewicht zu wahren. Die Chronik des Ordo Obscura verzeichnet unzählige Namen, deren Taten heute als Legenden, Heiligen- oder Heldengeschichten bekannt sind. Sie alle waren durch denselben Schwur verbunden:


  • Cathán mac Fiachnai, der keltische Häuptling.

  • Maewyn Succat, der später als Heiliger in die Geschichte eingehen sollte.

  • Myrddin Wyllt, dessen Name in den Wäldern Britanniens geflüstert wurde.

  • Johanna von Orléans, die Stimmen hörte, die nicht vom Himmel kamen.

  • Xu Fu, der im Auftrag eines Kaisers nach Unsterblichkeit suchte und stattdessen das Gleichgewicht fand.

  • Matoaka, die zwischen den Welten stand und sie zu schützen versuchte

    .

Obwohl sie aus völlig unterschiedlichen Kulturen stammten und sich nie begegneten, trugen sie alle das Vermächtnis des Ordens in ihre jeweilige Zeit und verbanden die Welt durch ein unsichtbares Band der Verantwortung.


4. Der Schatten im Orden – Wenn Wissen zu Hochmut wird

Der Weg des Ordens war und ist voller Versuchungen. Das Wissen um den Schleier und die Mächte, die dahinter lauern, macht nicht jeden demütig. Manche Mitglieder wurden von diesem Wissen korrumpiert und verfielen dem Hochmut. Grigori Rasputin und Aleister Crowley sind die bekanntesten Beispiele für jene, die vom Pfad abkamen. Sie stellten die Macht über das Gleichgewicht und versuchten, die Schatten zu beherrschen, anstatt sie in Schach zu halten. Ihr Fall lehrt uns eine bittere, aber wichtige Lektion, eine, die in Blut geschrieben wurde: Wissen ohne Demut führt unweigerlich in die Dunkelheit, die man einst zu bekämpfen schwor.


5. Echos in unserer Welt – Die verborgenen Spuren des Ordens

Nach der Ära des Verrats zog sich der Orden in den Untergrund zurück. Seine Taten wurden zu Legenden, seine Kämpfe zu Mythen. Die wahren Geschichten hinter dem Kampf gegen Medusa, den Taten des Herkules oder der wahren Geschichte von St. Patrick sind Echos des geheimen Krieges, den der Orden seit Jahrhunderten führt. Der Ordo Obscura ist nicht verschwunden; er lebt im Flüstern des Schleiers weiter. Seine Spuren finden sich noch heute in alten Kirchen, vergessenen Tempeln und in den Geschichten, die wir fälschlicherweise für Märchen halten.

„Denn jedes Licht wirft einen Schatten. Und nur wer beide kennt, versteht das Ganze.“ – Seherin Ban-Fáith

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Abschluss: Ausblick auf die Chroniken Irlands

Die „Ära des Schleiers“ markiert die wahre Geburtsstunde des Ordo Obscura – eines Ordens, der aus Schuld geboren wurde und seither im Verborgenen über das Gleichgewicht wacht.

Damit endet unsere Reise durch die großen kosmischen Ären der Welt.


Im nächsten Beitrag zoomen wir näher heran und wenden uns den konkreten Vorgeschichten zu, die den Boden für meine Buchreihe Ordo Obscura – Flügel & Whiskey bereiten.

Wir reisen nach Irland und lüften die Geheimnisse der Grünen Insel. Begleite mich in den „Chroniken Irlands“, wenn wir die entscheidenden Fragen stellen:

Wer waren die Tuatha Dé Danann wirklich? Woher stammen die geheimnisvollen Aos Sì? Und wer war St. Patrick, bevor er zum Heiligen wurde?

Sei auch beim nächsten Mal wieder dabei, wenn wir den Schleier ein weiteres Stück lüften.


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📘 Lies den ersten Band: „Ordo Obscura Flügel, Whiskey: Abhartach


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