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📜 Die Chronik des Ordo Obscura – Die Ära des Verrats

  • Autorenbild: Protten Welten
    Protten Welten
  • 24. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit
Die Chronik des Ordo Obscura – Die Ära des Verrats
Die Chronik des Ordo Obscura – Die Ära des Verrats

Die Chronik des Ordo Obscura – Die Ära des Verrats


Einleitung: Der bittere Geschmack des Sieges

Willkommen zurück, Chronist. Heute schlagen wir eine der schmerzhaftesten Seiten in der Geschichte dieser Welt auf. Eine Seite, die in Tinte und Verrat geschrieben wurde.

Im letzten Beitrag haben wir die „Ära des Blutes“ durchlebt – einen Krieg, der die Grundfesten der Realität erschütterte. Der Sieg über Luzifer wurde errungen, doch der Preis war unvorstellbar hoch. Die Erschaffung der Umbra zehrte die Kräfte der Unsterblichen aus, ganze Spezies gingen im Krieg unter, und die Menschheit, obwohl sie sich Sieger nannte, war eine zutiefst verwundete Spezies.

Nach einem so monumentalen Kampf sollte man Frieden erwarten. Doch es folgte kein goldenes Zeitalter. Stattdessen brach eine Epoche an, die noch dunkler war als der Krieg selbst. Warum? Warum folgte auf den größten Sieg der Geschichte der tiefste Fall? Das ist die zentrale Frage, der wir uns heute stellen, während wir die Seiten zur „Ära des Verrats“ aufschlagen.


1. Die Saat des Zweifels: Warum der Sieg keinen Frieden brachte

Luzifer war besiegt, eingesperrt im Herzen des fernen Sterns Beteigeuze. Doch eine physische Kette kann keinen Gedanken binden. Sein wahres Gift, seine Saat aus Zweifel, Gier und Neid, wirkte in den Herzen der Menschen weiter. Der Krieg war vorbei, doch der wahre Feind lebte in ihnen fort.

Mit der Zeit wandelte sich die Wahrnehmung der Menschheit. Es ist eine tragische Ironie: Nachdem sie an der Seite von Göttern gekämpft hatten, begannen die Menschen, sich als deren Ebenbild zu sehen. Sie blickten auf ihre einstigen Verbündeten, deren Magie verblasst und deren Macht nach dem Krieg gebrochen war. Aus dem Stolz, überlebt zu haben, wuchs Überheblichkeit. Die ehrfürchtige Bewunderung, die sie einst empfunden hatten, wich zuerst dem Misstrauen und dann dem gierigen Neid auf die verbliebene Stärke der Unsterblichen.

„Denn Luzifers Flüstern war nicht verstummt. Seine Saat – Zweifel, Gier, Neid – wuchs in den Herzen der Sterblichen weiter, auch aus der Tiefe seines brennenden Gefängnisses heraus.“ – Chronik des Ordo Obscura

2. Die Nacht der fallenden Götter: Der Beginn des Verrats

Der brüchige Frieden zerfiel langsam. Zuerst waren es nur Gerüchte, die in den Schatten der Königshöfe geflüstert wurden. Berichte von machtgierigen Fürsten, die alte, dunkle Pakte wieder aufleben ließen, die mit Blut geschrieben und nie wirklich gebrochen worden waren.

Und dann, aus dem Nichts, kam die Nacht des Verrats.

Wer den ersten Schlag führte, ist in den Annalen nicht verzeichnet. Vielleicht ein König, vielleicht ein Priester. Doch dieser eine Schlag entfesselte eine Welle der Gewalt, die das Land überzog. Bei Nacht und Nebel stürmten menschliche Heere die heiligen Hallen ihrer unsterblichen Verbündeten. Sie zerschlugen Altäre, verbrannten Tempel und erschlugen jene, die noch Tage zuvor an ihrer Seite gegen die Dämonen Luzifers gekämpft hatten. Es ist eine schreckliche Ironie: Jene, die einst vor Dämonen gerettet wurden, wurden selbst zu Monstern.


3. Das große Schweigen: Der Rückzug der Unsterblichen

Die Reaktion der Göttervölker war nicht das, was die Menschen erwartet hatten. Die Tuatha, die Asen, die Alten des Ostens und die Geister der Wüsten – sie alle besaßen noch immer genug Macht, um die Menschheit mit einem Wimpernschlag von der Erde zu tilgen. Doch sie taten es nicht.

Ihre Herzen waren nicht von Zorn erfüllt, sondern von einer tiefen, unermesslichen Trauer. In diesem Verrat erkannten sie eine schreckliche Wahrheit: Der wahre Feind war nie allein Luzifer gewesen. Es war das, was er in den Herzen der Sterblichen zurückgelassen hatte.

Gebrochen und enttäuscht kehrten sie in ihre Reiche zurück. Ein letztes Mal schauten sie auf die Erde, auf eine Welt, die sie einst geliebt und beschützt hatten – dann verschlossen sie die Tore nach Elythria für immer. Sie zogen sich nicht als Besiegte zurück, sondern als jene, denen das Herz gebrochen worden war.

„Und die Welt wurde still, als die Götter schwiegen.“ – Chronik des Ordo Obscura

4. Die letzten Wächter: Guinea, das Reich der Ahnen

Doch der Verrat hatte nicht die ganze Welt erfasst. An den Rändern der bekannten Zivilisationen gab es Völker, die den Menschen treu blieben, weil sie selbst keinen Verrat erfahren hatten. In Afrika wachten die Oshira und in den weiten Ebenen Nordamerikas die Wakanak.


Diese letzten Wächter erkannten eine neue kosmische Gefahr. Die Erschaffung der Umbra hatte das Gleichgewicht der Ebenen gestört, und die dunkle Welt der Bestien brauchte einen Gegenpol. Gleichzeitig spürten sie, dass auch ihre Zeit auf der Erde enden würde. In einem letzten Akt der Weisheit vereinten sie ihre Kräfte, um nicht nur die Balance wiederherzustellen, sondern auch eine Zukunft für ihre Völker zu schaffen.


Sie formten aus Geist und Erde eine neue Ebene: Guinea, ein Reich für die Seelen und Ahnen. Doch es war kein stiller, trauriger Ort. Es wurde zu einem Reich, in dem selbst die Toten das Leben feiern, mit Dschungeln aus Musik und Rauch. Ihre Nachfahren, die Loa, tragen Hüte, trinken Rum, rauchen Zigarren und tanzen zu Trommeln. Guinea mischt sich nie in die Geschicke der Welt ein; es ist die „Schweiz der Ebenen“ – neutral, doch von allem durchdrungen.


Das Schicksal der beiden Völker trennte sich jedoch: Die Nachkommen der Wakanak wurden zu Totem- und Naturgeistern, auf ewig mit der Erde verwoben. Die Oshira hingegen zogen in ihre neue Welt und wurden zu den Hütern der Seelen.


5. Das Erbe der Schuld: Der erste Schwur des Ordens

Zurück blieb eine Welt ohne Götter, überlassen einer Menschheit, die langsam begriff, welchen furchtbaren Fehler sie begangen hatte. Der Stolz wich der bitteren Erkenntnis, dass sie nicht ihre Befreier, sondern ihre Wächter vertrieben hatten.

Doch ihre Reue war nicht nur passiv. Sie wurde zu einem gewaltsamen Akt der Selbstjustiz. Manche der Fürsten, die diesen Verrat befohlen hatten, wurden von ihrem eigenen Volk gerichtet – enthauptet, von ihren Körpern getrennt.

Aus dieser tiefen, blutigen Schuld wurde ein Schwur geboren. Es war die erste Handlung jener, die die Wahrheit kannten und die Fehler der Vergangenheit wiedergutmachen wollten. Dieser Schwur war der erste Stein, auf dem Jahrhunderte später eine geheime Organisation errichtet werden sollte.

„Aus Schuld erwuchs Reue. Aus Reue ein Schwur. Und aus diesem Schwur – der Ordo Obscura.“

Abschluss: Ausblick auf die Ära des Schleiers

Die „Ära des Verrats“ markiert den tiefsten Punkt in der Geschichte der Menschheit. Sie beendete die Zeit der offenen Magie und der Götter auf Erden. Von diesem Moment an lag die Verantwortung für das Gleichgewicht allein in den Händen der Sterblichen.


Im nächsten Beitrag betreten wir die „Ära des Schleiers“. Wir werden sehen, wie aus diesem ersten Schwur eine geheime Bruderschaft entstand, die im Verborgenen agiert, um die Menschheit vor einer Dunkelheit zu schützen, von deren Existenz sie nichts mehr ahnt: der Ordo Obscura.


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